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Evang.-Luth. Kirchengemeinde Neunkirchen am Brand
Der Kirchbauverein
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Interview mit Wilhelm Friedrich (1. Vorsitzender 1989)Wilhelm Friedrich

zum 20-jährigen Jubiläum des Kirchbauvereins

 

Anlässlich des 20jährigen Jubiläums der Gründung des „Vereins zum Bau einer evangelischen Kirche in Neunkirchen am Brand e.V.“ führte Gabi Bail für den Blauen Boten ein Interview mit dem damaligen 1. Vorsitzenden Wilhelm Friedrich, der aus seiner Erinnerung heraus nach 20 Jahren berichtet: 

 

Blauer Bote: Wie kam es zur Idee, eine evangelische Kirche in Neunkirchen zu bauen?

 

W. Friedrich: In den 70er und 80er Jahren entwickelte sich die Region Erlangen wirtschaftlich sehr positiv. Dadurch kam es zu vielen Zuzügen nach Neunkirchen. Die Zahl der evangelischen Christen stieg deshalb stark an. Das evangelische Gemeindeleben war sehr lebhaft, es gab viele aktive Gruppen. Dabei ist die Jugendarbeit des CVJM hervor zu heben. Das am 23. Juli 1978 eingeweihte Gemeindehaus, das schon damals Christuskirche hieß, wurde sehr schnell zu klein.

 

Blauer Bote: Gab es schon vor der Gründung des Kirchbauvereins Bestrebungen, eine Kirche zu bauen?

 

W. Friedrich: Schon 1976 war absehbar, dass die rasch wachsende Zahl der evangelischen Christen in Neunkirchen, deren Betreuung damals übrigens gerade von Uttenreuth nach Ermreuth gewechselt hatte, ausreichend Raum und Grundstück benötigte. Davon wurde das Landeskirchenamt in Kenntnis gesetzt und der Kauf eines 6.000 bis 8.000 qm großen günstigen Grundstückes im Zentrum Neunkirchens angeregt. Der Quadratmeterpreis lag damals bei 40,-- DM. Aus Kostengründen genehmigte die Landeskirche aber nur den Kauf einer Grundstücksteilfläche von 2.000 qm und den Bau eines Gemeindehauses.

Diese Entscheidung hat sich im Nachhinein als wenig weitsichtig herausgestellt. Doch die Idee zum Bau der Kirche blieb und wurde weiter verfolgt.

Dazu wurden wieder Grundstückskäufe in Erwägung gezogen.

Aber es gab auch andere Ideen: Sogar der Zehntspeicher wurde als Ort für eine evangelische Kirche in Betracht gezogen. Erstmalig tauchte diese Idee 1981 auf, wurde aber nicht weiter verfolgt. 1988 kam der Speicher wieder ins Gespräch. Am 12. Januar 1989 bat der Kirchenvorstand den Markt um ein Angebot zum Verkauf der Zehntscheune. Dies lehnte der Gemeinderat am 22. Februar ab.

 

Blauer Bote: Wer hatte die Idee, einen Kirchbauverein zu gründen?

 

W. Friedrich: Der geistige Vater ist eigentlich der inzwischen verstorbene Horst Gosemann. Er war überzeugter, gläubiger Christ und Prädikant und hat früher in Neunkirchen viele Gottesdienste gehalten. Er war Architekt bei Siemens und hat sogar ein erstes Holzmodell für den Kirchbau erstellt.

 

Blauer Bote: Dauerte es lange von der Idee bis zur Gründung des Vereins?

 

W. Friedrich: Eigentlich nicht, denn es gab sehr viele Gemeindemitglieder, die sich einen Kirchenneubau wünschten.

 

Blauer Bote: Wann war die genaue Gründung des Vereins und wie viele Personen waren am Anfang dabei?

 

W. Friedrich: Die Gründungsversammlung fand am Sonntag, den 19. Februar nach dem Gottesdienst statt. Es wurden 43 Ersteinschreibungen verzeichnet. Ende des Jahres 1989 hatte der Verein über 100 Mitglieder und schon 30.000 DM gesammelt

 

Blauer Bote: Wer gehörte zu den Personen der ersten Stunde?

 

W. Friedrich: Aus meiner Erinnerung heraus waren damals aktiv dabei die Herren Möller, Dr. Drexler, Heinzelmann, Germeroth, Lederer und viele andere. Unser erster Kassierer war Hartmann Weppler und ich wurde zum 1. Vorsitzenden gewählt. Dies blieb ich solange, bis ich aus beruflichen Gründen nach China übersiedeln musste. Danach wurde Karl Germeroth zum ersten Vorsitzenden gewählt.

 

Blauer Bote: Welche Aktivitäten entwickelte der Kirchbauverein?

 

W. Friedrich: Uns war klar, dass wir uns um den Kauf eines Grundstücks für den Bau der Kirche kümmern mussten. Dazu war natürlich Geld notwendig, das durch viele Aktionen erwirtschaftet wurde. Dabei haben wir einen großen Einfallsreichtum bewiesen. Es wurden kulturelle und gesellige Veranstaltungen entwickelt, die heute zum festen Bestandteil des Gemeindelebens gehören: Verkaufsstände beim Weihnachtsmarkt und beim Bürger- und Heimatfest, Konzertveranstaltungen, der Postkartenverkauf, kreative Sammelaktionen und vieles mehr.

 

Blauer Bote: Wie ging es dann weiter?

 

W. Friedrich: Der Grundstückserwerb war eine schwierige, langwierige Angelegenheit. Hilfreich für uns dabei war eine vom Gemeinderat erlassene Veränderungssperre im Rahmen der damaligen Innerortsplanung. Denn nur dadurch war es möglich, dass die von uns zu erwerbende Fläche nicht für private oder gewerbliche Zwecke vom damaligen Eigentümer angeboten werden konnte. Wir waren sehr glücklich und dankbar, als die Landeskirche endlich dem Kauf der benachbarten Grundstücksfläche zustimmte. Gerne erinnern wir uns an die notarielle Vereinbarung, die Grundstücksfläche von ca. 4.000 qm für rund 750.000 DM zu erwerben.

Zur Entwicklung eines theologischen Konzepts als Basis für den Kirchbau gründete der Kirchbauverein einen Arbeitskreis – auch unter Einbindung der Jugend und der Kantorei. Im Rahmen der Kirchbau– und Konzeptfindung wurden viele andere Kirchenneubauten besichtigt, um uns Anregungen zu holen. Ein großes Anliegen des Kirchbauvereins war es, das geistliche Konzept der „Ich bin Worte“ aus dem Johannesevangelium in die Architektur des Kirchenneubaues durch einen „heimischen“ Architekten, Bruno Rehm, umzusetzen. Daraus entwickelte sich die Grundlage für unsere am 10. Dezember 2000 geweihte Christuskirche.